TU Berlin

Ökosystemkunde/Pflanzenökologie Forschungsprojekt

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Forschungsprojekt

Graduiertenkolleg Stadtökologie - Teilprojekt A 6 - Urbane Ausbreitungsprozesse Anthropogener Diasporentransfer zwischen Stadt und Umland als Steuerungsgröße biologischer Vielfalt bei Pflanzen.

Die Flora urbaner Gebiete unterscheidet sich von der des Umlandes in Hinblick auf die Artenzusammensetzung, Verbreitungsmuster und die Populationsstruktur und –dynamik der vorkommenden Pflanzenarten. Diese Abweichungen resultieren aus der anthropogenen Überprägung von Standortfaktoren sowie aus historischen und aktuellen Nutzungseinflüssen. Die Rolle menschlicher Aktivitäten bei der Einführung und Einschleppung nichteinheimischer Arten und deren Einfluss auf die Differenzierung städtischer Floren sind lange bekannt. Weitgehend unerforscht sind dagegen die Folgewirkungen der alltäglichen Mobilität der Stadtbewohner auf den Artentransfer innerhalb der Stadt und zwischen Stadt und Umland.

Das Ziel des Projektes besteht darin, am Beispiel des Kfz-Verkehrs, anthropogene Mobilitätsmuster in Hinblick auf ihre Wirkung für den Transfer pflanzlicher Verbreitungseinheiten (Diasporen) entlang von Stadt-Land-Gradienten sowie innerhalb des Stadtgebietes zu erforschen. Methodischer Ansatzpunkt ist die makroskopische Bestimmung und Quantifizierung von Diasporen, die aus eindeutig mit dem Kfz-Verkehr transportierten Sedimenten gewonnen werden. Hierfür werden Autobahntunnel als „Diasporenfalle“ eingesetzt. Ausgewählt wurden hierfür drei Tunnel auf einem Stadt-Land-Transektim Nordwesten von Berlin. Hier kann das von den Fahrzeugen abfallende Erd- und Diasporenmaterial direkt von der Fahrbahn und den Seitenstreifen gewonnen werden, ohne dass die Proben durch Diasporeneinträge von anderen Ausbreitungsvektoren verunreinigt werden können.

In Auflaufverfahren soll im Anschluss die Anzahl der keimfähigen Samen und deren Artenzusammensetzung ermittelt werden. Die Artenzusammensetzung der Diasporenproben aus den Tunneln werden mit der Straßenbegleitflora und der Flora angrenzender Stadtgebiete verglichen, um den Einfluss des anthropogenen Diasporentransportes auf die urbane Vegetation abschätzen zu können. Zu prüfen ist hierbei, ob das Mobilitätsverhalten von Stadtbewohnern zu einer funktionalen Vernetzung räumlich fragmentierter Lebensräume in Städten beiträgt und welche Arten hierdurch ggf. begünstigt werden. Hier wird zu klären sein, ob z. B. Arten bestimmter funktionaler Gruppe oder nichteinheimische Arten als besonderes Charakteristikum urbaner Biotope durch anthropogene Mobilität besonders gefördert werden.

 

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