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TU Berlin

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Forschungsprojekt

Durch die weltweit zunehmende Verstädterung wird es immer wichtiger, die Besonderheiten von urbanen Lebensräumen - für Mensch, Flora und Fauna gleichermaßen - zu verstehen. Städtische Brachflächen bieten Lebensraum für Pflanzen und sind gleichzeitig Erholungsräume für Anwohner. Es mangelt jedoch an Wissen über die ökologischen Prozesse, die Effekte von Habitatfragmentierung und die Überlebensfähigkeit der Pflanzenpopulationen in Städten. Außerdem wurde die menschliche Wahrnehmung von städtischen Grünflächen bisher nicht ausreichend erforscht.
Diese Untersuchung gibt am Beispiel von Bahnbrachen einen vertieften Einblick in (1) Sukzessionsmechanismen, (2) die Bedeutung des städtischen Kontexts für die Erklärung von Artvorkommen, (3) die Überlebensfähigkeit von Populationen krautiger Arten im Laufe der Sukzession und (4) die Wahrnehmung von urbanen Brachen und Parks durch Anwohner und Planer. 77 Plots in vier Sukzessionsstadien wurden hinsichtlich der Artenzusammensetzung, der Bodeneigenschaften, des Mikroklimas und der sie umgebenden Matrix städtischer Nutzungstypen untersucht. Die Wahrnehmung wurde mit Hilfe eines Sortierexperiments mit Fotos erforscht.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass allgemein bekannte Sukzessionsmechanismen auch bei der Vegetationsentwicklung auf städtischen Standorten wirksam sind. Die Einbeziehung der städtischen Matrix in multivariate Analysen ergab eine beträchtliche Zunahme der erklärten Varianz in den Artdaten. Um die Überlebensfähigkeit der Populationen zu untersuchen, wurde der neuartige „Reproduktionspotenzial Indikator" entwickelt und angewendet. Die Indikatorwerte waren für 49% der Arten hoch und für 41% mäßig. Sie nahmen im Verlauf der Sukzession ab. Es wird gefolgert, dass städtische Brachen wichtig für spontane Vegetationsdynamik sind und dass sie Lebensraum für überlebensfähige Populationen bieten. Die Entfernungen zu den Nutzungstypen im Umfeld erklären einen Teil der Varianz in den Artdaten, der mit der Ausbreitungslimitierung der Arten verbunden ist.
Die wichtigsten identifizierten Wahrnehmungskriterien für die Unterscheidung städtische Grünflächen waren der Grad des Kronenschlusses, die Künstlichkeit und die Übersichtlichkeit. Der Grad des Kronenschlusses war das wichtigste Kriterium für Anwohner, wohingegen es für Planer Künstlichkeit war. Für Anwohner ist ein Mindestmaß an Pflege und Zugänglichkeit Voraussetzung für die Erholungsnutzung von Brachen.

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