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TU Berlin

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Nutzungsgeschichte

Landhaus
"Landhaus" Rothenburgstr.
Lupe

Das Grundstück liegt am Fuße des Steglitzer Fichtenberges. Bis zur Parzellierung des Fichtenberges für die Bebauung im Jahre 1873 gehörte das Gelände mehr als 70 Jahre zum Gutsbezirk Steglitz. Aus dieser Zeit stammen auch die ältesten Bäume im Garten.

1873 baute der Bankier Theodor Henoch auf dem heutigen TU-Grundstück ein Landhaus, das 1909 abgerissen und durch eine größere Villa mit den heutigen Ausmaßen ersetzt wurde. In der Anlage der Freiflächen ist der Einfluß des Lenné-Schülers Gustav Meyer (1816-1877) zu erkennen. Der Baumbestand wurde bis zum 1. Weltkrieg durch weitere Pflanzungen bereichert. 1922 ging das Anwesen in den Besitz des Generaldirektors der Deutschen Erdöl-AG Dr. Middendorf über. Die Witwe verkaufte das Haus 1933 an die Nationalsozialisten. Während des 3. Reichs wurde das Gelände durch die SS genutzt. In dieser Zeit entstanden ein Garagenhaus und ein heute nicht mehr vorhandener Kantinentrakt. Nach 1945 war das Grundstück in amerikanischer Nutzung und wurde zu Beginn der 50er Jahre an das Land Berlin übergeben, das es seinerseits der TU zur Nutzung übergab. Damit begann die Geschichte der Pflanzenökologie am Standort Rothenburgstrasse.

Im Dezember 1955 bezog das Institut für Angewandte Botanik der Landbau-Fakultät unter Leitung von U. Berger-Landefeldt das Gelände. Dieses Institut bildete 1973 zusammen mit den Instituten für Bodenkunde und Zierpflanzenbau das erste deutsche „Institut für Ökologie“, das später um weitere Fachgebiete ergänzt wurde.

Aus der „Angewandten Botanik“ wurde das von R. Bornkamm geleitete Fachgebiet Botanik, insbesondere Pflanzenökologie. Auf dem Grundstück befanden sich außerdem seit 1978 sämtliche Arbeitsräume des 1974 gegründeten und von H. Sukopp geleiteten Fachgebietes Ökosystemforschung und Vegetationskunde. 1975 kam das von M. Horbert geführte Fachgebiet Bioklimatologie hinzu.

1997 wurden die Fachgebiete Botanik und Ökosystemforschung/Vegetationskunde zum Fachgebiet Ökosystemkunde, insbes. Pflanzenökologie  zusammengefasst. Es wird seit 1999 von I. Kowarik geleitet.

Daneben ist weiterhin das seit 2000 geführte Fachgebiet Bioklimatologie unter der Leitung von D. Scherer am Standort Rothenburgstrasse ansässig.

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Der Lehrgarten

Garten im Herbst
Demonstrationsanlage mit verschiedenen Feuchtgebietstypen,
Lupe

In den 50er Jahren wurde Prof. Allinger, Leiter des Instituts für Gartenkunst der TU Berlin, mit der Umgestaltung des Gartens beauftragt. Er ließ den besten Entwurf eines studentischen Entwurfsseminars realisieren: Dieser sah die Anlage eines pflanzensoziologischen Lehrgartens unter gleichzeitiger Rekonstruktion der für das 19. Jahrhunderts typischen Gartenanlage vor. Den Studierenden sollten heimische Pflanzengesellschaften sowie solche anderer geographischer Breiten und ihre Abhängigkeit von verschiedenen Umweltfaktoren gezeigt werden. So wurden submediterrane Gehölze gepflanzt (z.B. Perückenstrauch, Mannaesche, Hopfenbuche, Eßkastanie, Maulbeere), verschiedene Wald- und Wiesentypen sowie ein zweiteiliges Alpinum angelegt.

Seit den 70er Jahren werden innerhalb des Gartens stärker natürliche Sukzessionen zugelassen, um den Studierenden einen besseren Zugang zum Erfahren natürlicher Veränderungen von Ökosystemen zu erschliessen. Daneben werden unterschiedlichste Biotoptypen (u.a. Wälder, Frischwiesen, Trockenrasen, Gewässer, Röhricht, Niedermoor) mit ihrer typischen Flora, Vegetation und Fauna als wichtige Anschauungsobjekte für die Lehre auf kleinstem Raum dargestellt. Die enge räumliche Verzahnung mit Vorlesungen, Übungen und anderen Formen der Lehre sowie des studentischen Arbeitens schafft einen unmittelbaren und einfachen Zugang zur Biodiversität, zu ökosystemaren Prozessen sowie zu Ansätzen des Biotopmanagements und bietet nicht zuletzt ein Arbeitsumfeld, das einem Institut für Ökologie gut ansteht.

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Der Forschungsgarten

Garten im Winter
Überblick über den hinteren Garten: Winteraspekt
Lupe

Im Forschungsbereich diente und dient der Garten als Grundlage für eine Vielzahl von Sukzessions- und Konkurrenzunter-suchungen (z. B. „ewiges Beet", Wiesen-Dauerbeobachtungsflächen, Gewächshaus). Daneben wird der Raum für die Anlage experimenteller Pflanzungen und Freilandexpositionen genutzt. Hierbei wirkt sich die Nähe zu Gewächshaus, Labor und Computer vorteilhaft für die Effizienz des Arbeitens aus. Die Bioklimatologie hat eine Meßstation eingerichtet, so dass die Korrelation der Vegetationsentwicklung mit langjährigen Klimadaten möglich ist. Daneben werden bestandesklimatische Demonstrationsmessungen direkt in die Lehrveranstaltungen der Bioklimatologie integriert und tragen damit wesentlich zur Veranschaulichung von Lehrinhalten bei.

Aufgrund seiner Einmaligkeit als Lehr- und Forschungsgarten wurde der Garten im Dezember 1998 als Gartendenkmal ausgewiesen. Im gegenwärtigen Zustand lässt er den Wechsel unterschiedlicher Gestaltungsprinzipien im ehemaligen Dorf Steglitz, in der darauffolgenden Phase der Villenbebauung am Fichtenberg und der Nutzung durch die TU Berlin erkennen und eröffnet damit auch einen kulturhistorischen Zugang zu einem Ausschnitt der Berliner Landschaft.

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